Wolf von Fabeck, 29.04.2020

Das Wüten der Menschheit gegen die Pflanzenwelt

Nicht nur im Amazonas-Regenwald sondern auch in Deutschlands Grünanlagen

In der Schule - lang, lang ist es her - haben wir noch gelernt, dass Menschen und Pflanzen voneinander abhängig sind. Die Menschen atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid (CO2) aus. Die Pflanzen atmen Kohlendioxid ein und atmen Sauerstoff aus. Deswegen - und nicht nur wegen ihrer Essbarkeit - seien Pflanzen wichtig, also auch Waldbäume, Büsche, Sträucher und Gräser und sogar Unkraut. Diese grundlegenden Überlegungen stellen die Angelegenheit kindgemäß vereinfacht dar, aber im Prinzip sind sie auch nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis zutreffend. Nur kommt heute die Erkenntnis hinzu, dass zu viel Kohlendioxid CO2 die Globaltemperatur bis ins Unerträgliche ansteigen lässt.

Jeder Umweltfreund ist (zu Recht) entsetzt, wenn er hört, dass im Amazonas oder sonst wo auf der Welt noch mehr Urwald abgeholzt wird und überlegt, wie man das verhindern könne. Manche sind sogar bereit, eine Patenschaft für einige Quadratmeter Urwald zu bezahlen. Eine gute Absicht! Wenn aber vor unseren Augen ohne jede wirtschaftliche Notwendigkeit Bäume, Hecken und Gebüsche "ausgelichtet" oder bis auf den Stumpf abgeschnitten werden, schauen wir weg. Wir überlassen den Männern mit den Kettensägen das Feld.

Die beiden folgenden Bilder sind nur ein Beispiel von Tausenden. Sie zeigen den selben Ausschnitt einer Parkanlage in Magdeburg vor und nach dem "Rückschnitt". Rechts vom rechten Bildrand fließt ein kleines Flüsschen, die Schrote, etwa parallel zum Wander- und Radfahrweg, ist aber nicht zu sehen.

Vor dem Rückschnitt
Nach dem Rückschnitt

Irgendwo im oberen Bild hatte eine Nachtigall ihr Nest. Wir konnten ihren jubelnden Gesang in den Nächten des Frühlings 2014 bis zu unserer Wohnung hin hören. Damit ist es nun vorbei. Im unteren Bild kann man sich keinen Unterschlupf für eine Nachtigall mehr vorstellen. Aber man hat einen fast ungehinderten Durchblick bis zu den Gebäuden links im Bild.

Die Nachtigall hat mit dem Kohlendioxid nichts zu tun. Ich erwähne sie aber trotzdem, um zu demonstrieren, dass es noch weitere Gründe dafür gibt, solche Auslichtungsaktionen zu unterlassen.

Schließlich bleibt nachzutragen, dass die zuständige Behörde von dem Rücksschnitt nicht nur informiert war, sondern ihn sogar angeordnet hat.